Dienstag, 13. Dezember 2022

Notizen Dezember 2022

Notizen Dezember 2022 



Eduard von Keyserling (1855 - 1918)

Bunte Herzen, 1909
Nachbarn, 1911
Am Südhang, 1911
Schwüle Tage, 1904













Henning Mankell (1948 - 2015)

Der Feind im Schatten (Den orolige mannen, 2009)

Ja, ich konnte es nicht lassen und habe mir den "letzten" Wallander Roman Mankells.
Sehr gute Unterhaltung, auch zum Nachdenken, v.a. über das Alter, unheilbare Krankheit, den Kalten Krieg und dessen Vermächtnis, das heute tatsächlich noch weiterzuwirken scheint.

Franz Ignaz Beck (1948 - 2015)

Sinfonie in D Dur, Op.4 No.2 (1766)
I. Allegro Moderato
II. Andante un Poco Allegro
III. Minuettos I & II
IV. Presto

Sinfonie in D Dur, Op.4 No.1 (1766)
I. Allegro Maestoso
II. Andante
III. Minuettos I & II
IV. Presto Assai

Sinfonie in D Dur, Op. 4, No. 4 (Callen 22) (1766) 

Sinfonie in Es-Dur, Op. 4, Nr. 6 (Callen 24) (1766)


Wissenschaftlicher Weltumgang und Sprachverfall (Ö1, Salzburger Nachtstudio, 1974)

Vortrag des Philosophen Bruno Liebrucks

Liebrucks spricht unter anderem über die Entsprachlichung des Menschen, die Entmenschlichung des Menschen und die Zukunft der Sprache.

Dienstag, 15. November 2022

Notizen November 2022

Notizen November 2022 



Marie Wassiltschikow
 (1917 - 1978) 

Tagebücher (1940-45)

Eine hochinteressante "Innensicht" auf das Deutschland des Dritten Reichs zur Zeit des Zweiten Weltkriegs - verfasst von einer jungen russischen Frau im Exil in Berlin.













Ian McEwan (*1948)
 

The Cement Garden (1978)

Bisher kannte ich nur das wohl berühmteste Buch McEwans: Atonement. Auf den ersten Roman "The Cement Garden", den McEwan als 29jähriger verfasst hat, bin ich über die verschlungenen Pfade von von Trier - Charlotte Gainsbourgh - Der Zementgarten (Film) gestoßen... 
Aufgrund der Plagiatsvorwürfe wird es auch interessant sein, Julian Gloags "Our Mother's House" zu lesen...






Gertrude Lübbe-Wolff (*1953)

Die Aktualität der Hegelschen Rechtsphilosophie (Audio-Vortrag, 2007)


Generell zu Hegel: https://hegel-system.de/de/dsb.htm


Prof. Dr. Jochen Bung (*1968)

Naturrecht - Völkerrecht - Weltrecht: Der Code des Hugo Grotius


Samstag, 15. Oktober 2022

Notizen Oktober 2022

Notizen Oktober 2022 


Henning Mankell
 (1948 - 2015) 

Die Falsche Fährte (1995)

Und wieder ein Wallander Krimi. Es scheint, als entstünde bei mir hier eine Sucht und ich werde alle 10 Bände lesen.
Die Falsche Fährte ist - chronologisch in der Wallander Serie betrachtet - der bisher beste Kriminal-Roman, wenn man Spannung und "klassische" Elemente der Kriminal-Literatur in Betracht zieht.



Eduard von Keyserling
 (1855 - 1918) 

Beate und Mareile (1903)

Begonnen...wird Keyserling heute noch gelesen? Die zwischengeschlechtlichen Verhältnisse von Adeligen zur Jahrhundertwende.
Die impressionistischen Bildfetzen sind interessant und bemerkenswert, ich wüsste von keinem impressionstischen Roman, den ich gelesen hätte...Rainer Maria Rilkes Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge habe ich gänzlich anders in Erinnerung...die Stimmung ist fast schnitzlerisch, Keyserlings Hauptfigur "Günther erinnert manchmal an Anatol...





Henning Mankell (1948 - 2015) 

Die Fünfte Frau (1996)
Ich gebe zu, es ist zu einer Art Sucht geworden. Ich muss diese Serie komplett lesen, damit ich mich in Ruhe wieder anderer Literatur zuwenden kann.
Aber "Die Fünfte Frau" ist definitiv noch besser als alle vorangegangenen Wallander Romane, auch wenn es sich beinahe um so etwas wie eine Variation zum vorangegangenen Buch "Die Falsche Fährte" handelt.
Wenn man der Kritik glauben will, dann dürfte sich die Qualität bis zum Mittsommermord weiter steigern und dann abfallen.
Themen rund um Cyber-Terrorismus wie in "Die Brandmauer" von geisteswissenschaftlich orientierten Schriftstellern abgehandelt, wirken oft eher hilflos oder sogar unfreiwillig komisch, aufgrund ihrer Ahnungslosigkeit (wie Thomas Pynchons "Bleeding Edge")...in dieser Hinsicht bin ich gespannt, wie Wallander dieses Thema "meistert".
Und mit besonderem Interesse sehe ich dem traurigen Abschluss der Serie mit "Der Feind im Schatten" entgegen...so sehr, dass ich diesen Endpunkt aus Ungeduld vielleicht vorziehen und als nächstes Buch lesen werde...


Wolfgang Amadeus Mozart (1756 - 1791) 
Und weitere Variationen für Klavier von Mozart...Mozart in Essenz, sozusagen...

12 Variationen in C-Dur über "Je suis Lindor", K.354/299a (1778)

Mozarts Besuch in Frankreich im Jahr 1778 führte zu diesem Es-Dur-Satz von Klaviervariationen, einem Werk, dessen Ausgangspunkt Antoine-Laurent Baudrons Der Barbier von Sevilla war. Es enthielt eine lebhafte Nummer, aus der "Je suis Lindor" (Ich bin Lindor), das zweite Couplet des Liedes, stammt.
Mozarts Werk ist ziemlich umfangreich, wenn auch leicht, und präsentiert eine Reihe farbenfroher Variationen in einem Stück, das weit über 15 Minuten dauert. Das Lindor-Thema ist lebendig und lebhaft in seiner temperamentvollen Eleganz und unbeschwerten Verspieltheit. Die erste Variation löst sich in ihren geschäftigen Sechzehnteln nicht von dieser Stimmung, die darauffolgende Variante hingegen ist humorvoll und etwas schroff, vor allem wegen ihrer laufenden Bassbegleitung. Die dritte Variation zeigt eine kindliche Unschuld in der Verzierung der oberen Register, während die vierte eine leicht ängstliche Art und die fünfte einen herzlichen, jovialen Charakter ausstrahlt. Die sechste Variation behält die gleiche Art von Stimmung bei, aber die folgende Variante ist voller Farbe und schillernder Schrift. Der achte ist großartig und stattlich und wird gegen Ende sogar ernst. Die neunte ist jedoch ernster und präsentiert eine langsame, dunkle Version des Themas mit einigen verspielten Momenten, die die lange Strecke der Düsternis nicht überholen können. Die 10. und 11. Variation stellen den Sinn für Spiel und Leichtigkeit wieder her, während die langsame 12. zu einer träumerischen Art zurückkehrt. Eine Wiederholung des Themas schließt dieses entzückende Werk ab.
(Beschreibung von Robert Cummings)

Donnerstag, 15. September 2022

Notizen September 2022

Notizen September 2022 


Henning Mankell
 (1948 - 2015) 

Die weiße Löwin (1993)

Und wieder ein Wallander. Die weiße Löwin unterscheidet sich doch deutlich von den früheren Kriminalromanen Mankells und ist auch deutlich länger. Hier wird die "Krimi-Handlung" in den konkreten Kontext von historischen Entwicklungen, politischen Ereignissen mit Weltbedeutung gestellt und mein erster Reflex war, dass das ja nur zu Drecksunterhaltung a la Tom Clancy führen kann...und dann noch innere Monologe von Ministerpräsidenten und (heute vermutlich an der Grenze zur politischen Korrektheit) von Schwarzen Südafrikanern wiederzugeben - ich weiß nicht, welcher Autor sich das heute noch trauen würde. 
Aber m.E. macht Mankell das überraschend gut und vermeidet Seichtheit, Peinlichkeit und unfreiwillige Komik auf eine Weise, die ich fast nicht erklären kann...möglicherweise ist eine gewisse unbedingte Ehrlichkeit und große Empathie das Rezept, das dieses seltsame Konstrukt dann doch so liebenswert erscheinen lässt.
Die letzten Seiten enden dann doch in einem recht gewöhnlichen Thriller-Showdown.




Milo Hastings (1884 - 1957) 

City of Endless Night (1920)

Ein ganz bemerkenswerter Science Fiction Roman, unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkriegs geschrieben.
Der Roman bietet viel mehr als nur die vordergründige Anti-Deutsche Propaganda: generelle Kritik an einem rein "wissenschaftlich" konzipierten Gemeinwesen und auch einen Ausblick auf die weltweite Auseinandersetzung mit dem kommunistischen Block "in Osten".
Interessant ist, dass 1919 offensichtlich schon viele Tendenzen der Deutschen Rassenlehre virulent waren und der Autor schon unmittelbar nach dem Ende des Ersten Weltkriegs von einer Bewegung spricht, von der ich angenommen hätte, dass sie in Amerika frühestens 5 - 10 Jahre später zu erahnen war.

Zitat: Chapter 1, Section 2
On rainy days I would sometimes take my favoured playmates into my
uncle's library where five great maps hung in ordered sequence on the
panelled wall.

The first map was labelled "The Age of Nations--1914," and showed the
black spot of Germany, like in size to many of the surrounding
countries, the names of which one recited in the history class.

The second map--"Germany's Maximum Expansion of the First World
War--1918"--showed the black area trebled in size, crowding into the
pale gold of France, thrusting a hungry arm across the Hellespont
towards Bagdad, and, from the Balkans to the Baltic, blotting out all
else save the flaming red of Bolshevist Russia, which spread over the
Eastern half of Europe like a pool of fresh spilled blood.

Third came "The Age of the League of Nations, 1919--1983," with the gold
of democracy battling with the spreading red of socialism, for the black
of autocracy had erstwhile vanished.

The fourth map was the most fascinating and terrible. Again the black of
autocracy appeared, obliterating the red of the Brotherhood of Man,
spreading across half of Eurasia and thrusting a broad black shadow to
the Yellow Sea and a lesser one to the Persian Gulf. This map was
labelled "Maximum German Expansion of the Second World War, 1988," and
lines of dotted white retreated in concentric waves till the line
of 2041.

This same year was the first date of the fifth map, which was labelled
"A Century of the World State," and here, as all the sea was blue, so
all the land was gold, save one black blot that might have been made by
a single spattered drop of ink, for it was no bigger than the Irish
Island.


Wolfgang Amadeus Mozart (1756 - 1791) 
In diesen Wochen faszinieren mich Mozart's Variationen...nachzuvollziehen wie er mit kleinen Melodien,sogar Kinderliedern umgeht und was er daraus macht...ist einfach ... faszinierend...

12 Variationen in C-Dur über das Lied „Ah, vous dirai-je, Maman“ (1781)

9 Variationen über ein Menuett von Duport KV 573 (1789)

Montag, 22. August 2022

Notizen August 2022

Notizen August 2022 




Martin Walser
 (*1927) 

Jenseits der Liebe (1976)

Wahrscheinlich das umstrittenste Buch Walsers...warum kann ich mir nicht ganz erklären. Ich habe noch keine Meinung zu diesem kurzen Roman - muss ich mir erst bilden


Graham Greene (1904 - 1991)

Stamboul Express (dt.: Orient Express) (1932)

Von diesem Frühwerk habe ich mir nicht viel erwartet, Greene hat ihn selbst nicht sehr hoch eingeschätzt - und bin dann über die fast überschwengliche Kritik Reich-Ranicki doch auf diesen Roman gestoßen... und nicht enttäuscht worden.


Jean Paul Friedrich Richter
 (1763 - 1825) 

Siebenkäs (1796/97)
(
Blumen-, Frucht- und Dornenstücke oder Ehestand, Tod und Hochzeit des Armenadvokaten F. St. Siebenkäs im Reichsmarktflecken Kuhschnappel) 

Nach Kapitel 1 hintangestellt...muss ich im September fortsetzen. Der Sommer birgt zu viele Ablenkungen. Jean Paul muss man sich eingehender zuwenden...

Sonntag, 24. Juli 2022

Notizen Juli 2022

Notizen Juli 2022 



Henning Mankell
 (1948 - 2015) 

Mörder ohne Gesicht (
Mördare utan ansikte) (1991)

Der erste von Mankells Wallander Krimis. Hier fällt auf, dass es sich (im Unterschied zu manchen von Mankells späteren Wallander Romanen, die eher nachdenklich kreisend weniger Spannung im klassischen Sinn eines Kriminalromans aufbauen) um einen Kriminalroman mit einer (fast) linearen Entwicklung und parallel dazu aufgebauten Spannung handelt. Der Prototyp, an dem Mankell sein Schema erstmals (hier genial und völlig neu) abspielt: Grausames Verbrechen, Polizeibeamter mit persönlichen Problemen, 
soziale Konflikte, die die gesamte schwedische Gesellschaft betreffen bzw. in ihrer Relevanz sogar auf Europa und darüber hinaus verweisen. Wirkt auch über 30 Jahre nach seiner Entstehung noch zeitgemäß...



Jean Paul Friedrich Richter
 (1763 - 1825) 

Siebenkäs (1796/97)
(
Blumen-, Frucht- und Dornenstücke oder Ehestand, Tod und Hochzeit des Armenadvokaten F. St. Siebenkäs im Reichsmarktflecken Kuhschnappel) 

Erstmals und zuletzt 1991 oder 1992 gelesen ... hat mich damals begeistert, obwohl ich von den Unwegbarkeiten der Ehe noch gar nichts wusste.
(Ich muss meine handschriftlichen Notizen von damals suchen.)
30 Jahre und 2 Ehen später wird das Werk wohl ganz anders auf mich wirken. 

Das abgebildete Taschenbuch von Insel ist tatsächliche meine alte Ausgabe...



Freitag, 10. Juni 2022

Notizen Juni 2022

Notizen Juni 2022 




Chuck Palahniuk
 (*1962) 

Fight Club (1996)

Nachdem ich den Film mehrmals gesehen habe, erstmals den Roman gelesen. Ich kann mit dieser "hippen" Art zu schreiben a la Bret Easton Ellis oder Douglas Coupland nicht viel anfangen. Ich persönlich hatte während der Lektüre immer wieder das Bild von Jugendlichen vor Augen, die so gelangweilt sind, dass sie nicht nur ein Bisschen Drogen nehmen, sondern sich mit Zigaretten Brandwunden zufügen und dabei ausrufen: "Coooool!"
Sozial- und Gesellschaftskritik sind darin sehr wohl verpackt und auch zu finden, aber das Weltbild lässt doch eher an einen gelangweilten High School Schüler denken.
Selten war der Informationsverlust zwischen einem Roman und dessen Verfilmung so gering wie im Verhältnis dieser (m.E. sehr guten) Verfilmung aus dem Jahre 1999 und dessen Romanvorlage - wobei ich nicht entscheiden will, ob das für den Film oder gegen die Qualität des Buchs spricht.



Michel Houellebecq (*1956) 


Unterwerfung (
Soumission) (2015) 

Lange habe ich mich geweigert, diesen Roman zu lesen, weil er mir zu sehr an der Tagespolitik zu hängen schien.
Aus der Distanz von mehr als 5 Jahren habe ich mich nun darüber gewagt.
Ich habe mir noch keine endgültige Meinung darüber gebildet... der Vorwurf, dass Houellebecq hier ein Thema zum Zweck des inszenierten Skandals aufgreift, ist m.E. jedenfalls nicht gerechtfertigt.
Es geht ihm hier - das unterstelle ich - schon um ernste Kritik (wie weit Kritik bei Houellebecq "ernst" ist, wäre zu diskutieren) an gesellschaftlichen, ja geistesgeschichtlichen Entwicklungen in Frankreich und Europa.

Man könnte Houellebecq als einen der scharfzüngigsten Humanisten bezeichnen, was allerdings insofern irreführend wäre, weil er sich den Boden des Humanismus selbst unter den Füßen weggezogen hat bzw. dieser ihm weggezogen wurde und somit hängt er literarisch im selben luftleeren, in sich widersprüchlichen, Raum wie Richard Rorty philosophisch im Nichts hängt.
Houellebecq steht auf dem Boden eines intellektuellen "Nihilismus Post-Nietzsche", dem einerseits nichts bleibt als schrankenloser Hedonismus (den er ja mit seinen sexuellen Männerphantasien in fast all seinen Werken übersteigert und persifliert...), dem aber letztlich die "Lust-Unlust" Bilanz einen Strich durch die Rechnung macht und was bleibt, ist eine Welt, die eher ein "schopenhauersches Jammertal" voller Krankheit, Leiden und Verfall darstellt (siehe auch seinen Roman "Serotonin")
Was mich verwundert, ist, dass die islamische Öffentlichkeit nicht mit mehr Kritik und Ablehnug auf diesen Roman reagiert hat.
Das ist vielleicht dem Umstand zu verdanken, dass eine islamische Staats- (Welt-) Ordnung (bis hin zur Gesetzgebung auf Basis der Scharia) in diesem Roman oberflächlich als in keinster Weise schlecht oder verwerflich, ja sogar in vielen Aspekten als effektiv und positiv dargestellt wird.
Der Islam wird, ein weiterer Kunstgriff Houellebecqs, fast ausschließlich gebrochen durch die Sichtweise von konvertierten Europäern (egal welcher Herkunft) dargestellt.

Wer zwischen den Zeilen liest, findet aber eine bitterböse Satire auf Patriachat, Hedonismus, Chauvinismus und (Macht-) Politik - wobei, und das ist ein weiterer Kunstgriff Houellebecqs - v.a. die intellektuelle Elite und der staatliche Bildungsbetrieb Frankreichs vorgeführt wird und ganz schlecht wegkommt...und nicht der Islam.
Und Bekehrung zum Islam wird parallel zur Konversion vieler Intellektueller Frankreichs (und Europas) zwischen 1880 und 1930 (konkret am Beispiel von Huysmans, mit vielen Passagen zu diesem Schriftsteller, die viele Leser vielleicht langweilen werden, aber durchaus passend und nicht wegzudenken sind, und auch dazu dienen in vielen Punkten den akademischen Betrieb und die Literaturwissenschaft aufs Korn zu nehmen) dargestellt, und somit in einen nachvollziehbaren Zusammenhang der europäischen Geistesgeschichte gestellt.
Hier wird ein ganz großer Bogen gespannt über den Naturalismus des 19. Jahrhunderts, der Decadance Literatur, der Renouveau catholique, den "engagierten" Schriftstellern des 20. Jahrhunderts (die, und darauf weist Houellebecq immer wieder bissig hin, sich für die größten Massenmörder der Geschichte begeistern konnten) bis zur Postmoderne und der daraus resultierenden völligen Orientierungslosigkeit.

Fazit: insofern, wider Erwarten, ein ganz großer Roman, der viel mehr ist, als (offensichtlich ausreichend versteckte) Islamismus-Kritik.