Mittwoch, 26. August 2020

Notizen August 2020

Notizen August 2020




Wolfram von Eschenbach ( ~1170 – ~1220)

Parzival (zw. 1210 u. 1220)

Begonnen, und daher "Luminous Isle" hintangestellt...besonders die ersten beiden Bücher sind aufgrund der Beziehung zwischen Gahmuret, dem Vater Parzivals und der afrikanischen (asiatischen?) Königin Belacane von Zazamanc bemerkenswert...








Ford Madox Ford (Joseph Leopold Ford Hermann Madox Hueffer) (1873 – 1939)

Some Do Not (1924)
Weiterhin großartig...weit besser als sein Ruf in der deutschsprachigen Kritik!


Elliott Bliss (Eileen Norah Lees Bliss) (1903 – 1990)

Luminous Isle (1934)
Vorübergehend hintangestellt...und wieder begonnen. Stimmungsvolle Darstellung der Kindheit in den Kolonien...bin gespannt, wie sich der Roman, der ja völlig in Vergessenheit geraten zu sein scheint, sich weiter entwickelt.




Samstag, 11. Juli 2020

Notizen Juli 2020



Notizen Juli 2020

 

Ford Madox Ford (Joseph Leopold Ford Hermann Madox Hueffer) (1873 – 1939)

 

Some Do Not (1924)

Hat mich vollkommen überzeugt und rangiert für mich irgendwo zwischen Mann's "Zauberberg" und Martin du Gard's Romanserie "Les Thibaults". Ich finde es höchst bemerkenswert, dass die modernere deutschsprachige Kritik (namentlich Uwe Pralle/Neue Zürcher Zeitung, Gerrit Bartels/Tageszeitung, Heinz Schlaffer/Süddeutsche Zeitung) besonders an der "makellosen moralischen" Haltung des Protagonisten Christopher Tietjens  Anstoß nehmen. Man ortet hier, noch immer ganz im Gefolge Diderots stehend, die heute so gefürchtete normative Moral, die harmlose Verhaltensmuster wie Promiskuität in konservativ-patriachalischer Verblendung unerbittlich negativ konnotiert und damit auch die Freiheiten unterläuft, die unsere Gesellschaft u.a. zuletzt in Folge der "68er Revolution" ihren Mitgliedern längst samt und sonders zugesteht.
Was man dabei vielleicht übersieht ist, dass man selbst unbewusst wertend dem Autor moralische Wertung vorwirft, die er möglicherweise gar nicht im Sinn hatte.
Meine Interpretation fällt da viel wohlwollender aus: Man kann nicht leugnen, DASS diese Wertgefüge in Viktoriansischen und frühen Nachviktoranischen Zeitalter bestanden haben, jedoch zum überwiegenden Teil nicht gelebt wurden und die Scharfsinnigkeit des Autors besteht gerade darin, diese Konstellation als solche darzustellen und in seinem "Romanexperiment" mit einer fiktiven Figur, die dieses Normengefüge vollständig lebt, zu kontrastieren.
Gerade weil sich der Proponent vollständig an diese sittlichen Normen hält, muss er in dem Gesellschaftsgefüge, das diese scheinheilig nach außen vertritt, aber ganz und gar nicht lebt, scheitern - obwohl er einen mehr als priviligierten Start ins Leben hatte.

Genaus so gelingt es Ford  die Doppelmoral, die abgründige gesellschaftliche Verlogenheit "von innnen her" darzustellen und aufzubrechen...weit subtiler als jede Kritik das vermag, die das von ihren eigenen, unreflektierten Normen, von außen versucht.
Und obendrein tut er das auf höchst amüsante Weise.





Joseph Haydn (1732 - 1809)

Joseph Haydn - Symphonie No. 6 "Der Morgen" in D Dur (1761?)

z.B: https://www.youtube.com/watch?v=M_YZAaaUhuY

Adagio– Allegro

Adagio – Andante – Adagio

Menuet e Trio  

Finale: Allegro 

 

Joseph Haydn - Symphonie No. 7 "Der Mittag" in C Dur (1761?)

z.B.: https://www.youtube.com/watch?v=4e73L1m0hfI

Adagio - Allegro

Recitativo

Adagio

Menuetto and Trio

Finale: Allegro

 

Joseph Haydn - Symphonie No. 8 "Der Abend" in G Dur (1761?)

z.B.: https://www.youtube.com/watch?v=aDNNeinbDbc

Allegro Molto

Andante

Menuetto & Trio

La tempesta: Presto


Dienstag, 9. Juni 2020

Notizen Juni 2020

Notizen Juni 2020




Jean Rhys (1890 - 1979)

Quartet (1928)
Habe mir nun auch den vierten ihrer kurzen Romane vorgenommen, den Jean Rhys in der Zwischenkriegszeit verfasst hat...als getriebene Frau, die unter prekären Verhältnissen den widrigsten und tw. widerwärtigen Situationen ausgesetzt gewesen sein dürfte -  üeraus ergreifende Lektüre, fast 100 Jahre alt und sehr aktuell.


Marguerite Duras (1914 - 1996) 

Moderato Cantabile (1958)

So zwischendurch...klingt teilweise wie ein Persiflage auf das französische Kino der 60er  Jahre. In manchen Passagen interessant, insgesamt aber unfreiwillig komisch....


Oliver Goldsmith (1728–1774)


The citizen of the world, or letters from a Chinese philosopher residing in London to his friends in the east (1762)

...begonnen


Louis Antoine de Bougainville (1729 - 1811) 

Reise um die Welt. Durch die Inselwelt des Pazifik 1766–1769 (1771-72)

(Voyage autour du monde par la frégate du Roi La Boudeuse et la flute l'Etoile en 1766, 1767, 1768, et 1769.)
...begonnen...


Denis Diderot (1713 - 1784)

Nachtrag zu Bougainvilles Reise (1772 / publiziert 1796)
Supplément au voyage de Bougainville, ou dialogue entre A et B sur l'inconvénient d'attacher des idées morales à certaines actions physiques qui n'en comportent pas...
Eine interessante Diskussion, die in kaum veränderter Form heute noch geführt wird.


Josef Mysliveček (1737 - 1781) 

Sinfonie C-Dur, 1762
VI Sinfonie a quattro (D-Dur, G-Dur, C-Dur, F-Dur, g-moll, D-Dur) op. 1, 1764
III Sinfonie (D-Dur, Es-Dur, B-Dur = Ouvertüre zu Il tronfo di Clelia), 1769

Opern
Nachfolgend werden die Textdichter sowie Datum und Ort der Uraufführung (UA) genannt.

Semiramide (Libretto: P. Metastasio, UA: 1766, Bergamo)
Il Bellerofonte (Libretto: G. Bonechi, UA: 20. Januar 1767, Neapel, Teatro San Carlo)
Farnace (Libretto: A.M. Lucchini, UA: 4. November 1767, Neapel, Teatro San Carlo)
Il trionfo di Clelia (Libretto: P. Metastasio, UA: 26. Dezember 1767, Turin, Teatro Regio)
Il Demofoonte (Libretto: P. Metastasio, UA: 1769, Venedig, Teatro San Benedetto)
L’Ipermestra (Libretto: P. Metastasio, UA: 1769, Florenz)


Johann Adolph Hasse (1699 - 1783)

Piramo e Tisbe (Marco Coltellini; Wien 1768)
-> 

Il Ruggiero (Pietro Metastasio; Mailand 1771)
->  nur geringer Erfolg. Die barocke "italienische" Oper war überlebt.
Am folgenden Tag wurde ebenfalls im mailänder Theatro Ducale Mozarts (damals 15jährig!) Oper Ascanio in Alba uraufgeführt. Unkekannte Quelle: Zitat von Hasse: „Dieser Knabe wird uns alle vergessen machen.“


Samstag, 2. Mai 2020

Notizen Mai 2020

Notizen Mai 2020




Marguerite Duras (1914 - 1996)

L’amant de la Chine du Nord (1991, 1993 dt. als "Der Liebhaber aus Nordchina") 
Nochmal die Geschichte aus L'amant, mit der Hoffnung mehr über die Geschichte der Liebenden zu erfahren. Angeblich von Duras nach dem Tod des historisch tatschlich existierenden "Liebhabers" und unter dessen Eindruck geschrieben. Interessanterweise beginnt auch dieses Werk mit der Geschichte ihrer Familie, mir der Grausamkeit des älteren Bruders gegen den jüngeren und der Unfähigkeit der Mutter diesen vor jemen zu beschützen...
Doch: was soll das überhaupt sein, ein Roman oder eine Vorlage zu einem Filmdrehbuch?





Albert Camus (1913 - 1960)

Die Pest (1947) 
Weiterhin...ein Klassiker des 20. Jahrhunderts, und bestimmt zurecht - teilweise mutet das Pathos einiger Passagen etwas altbacken an.
Die Stärke des Romans liegt dann doch im sehr persönlichen - der literarischen Aufarbeitung menschlichen Verhaltens im Angesicht der "Pest" oder vergleichbaren "Prüfungen" in einem Zeitalter, dem 20. Jahundert, in dem der Mensch seine Einheit mit der Welt so weit verloren hat, dass menschliches Leiden nicht mehr als "Ausnahme" oder "Prüfung" erscheint, sondern als absurdes Leid - während die Grundstruktur des menschlichen Daseins der Depression enspricht, bzw. menschliche Existenz manisch-depessiv wird und zwischen Gier, Vergnügnugssucht, Sucht und psychosomatischer Erkarankung oszilliert.
Diese persönliche Tendez macht den Roman zeitlos und gewissermaßen "liebenswert" ohne zu "Klugscheissen" - im Kontrast zu den "Kopfgeburten" Sartre's ...


Georg Christoph Wagenseil (1715 – 1777)

Opern u.a.: 
Prometeo assoluto (1762)
Merope (1766)

Symphonie in g-Moll, WV 418 (1760)
z.B.: https://www.youtube.com/watch?v=pjBlODZgkQ0
I. Vivace 
II. Andantino 
III. Allegro assai 

Symphonie in B-Dur,  WV 438 (zw. 1751-60)
z.B.: https://www.youtube.com/watch?v=TAJKRxPUquM
I. Allegro
II. Andante ma molto
III. Vivace 

Symphonie in B-Dur, WV 441 (1764)
z.B.: https://www.youtube.com/watch?v=NxzPOwDB718
I. Vivace
II. Andante

III. Tempo di Menuet

Dienstag, 31. März 2020

Notizen April 2020


Notizen April 2020


Matthew Phipps Shiel (1865–1947)

The Purple Cloud (1901) 
zweiter Anlauf...weggelegt im Mai 2019...das Thema von Mary Shelley "The Last Man", etwas Poe, etwas Verne, der religiöse Zug erinnert an Robert Hugh Benson...leider auch bei diesem Versuch das Werk zu lesen: eine Welt, in der keine Menschen leben ist etwas langweilig...




Marguerrite Duras (1914 - 1996)

L’amant (1984, 1985 dt. als "Der Liebhaber") 
Wieder so ein Besteller meiner Jugend, den ich damals zu lesen verweigerte. Tatsächlich aber eine sehr bemerkenswerte Geschichte - die Beziehung des fünfzehnjährigen französischen Schulmädchens zu einem 12 Jahre älteren chinesischen Milliardärssohn in Französisch Indochina der 1920er Jahre zieht sich zwar als roter Faden durch die bruchstückhaften Erinnerungen der Autorin, aber man erfährt in dem knappen Werk weniger über diesen Mann und die Beziehnug als über die Familie des Mädchens, die "geisteskranke" Mutter, den dann früh verstorbenen jüngeren und den verbrecherischen älteren Bruder...eher eine Selbstanalyse des Herkommens der Verfassserin.
Die Beziehung der "Liebenden" selbst klingt in vielen Passagen beinahe wie eine Persiflage auf französische Darstellungen Liebender des 20. Jahrhunderts: Mädchen im "Lolita-Alter" hat immer wieder sexuellen Kontakt zu weinendem (ja, tatsächlich immer wieder völlig unvermittlet beim Sex weinendem) Chinesen im Saigon der 1920er Jahre... und bemerkt erst nach der engültigen Trennung auf der endgültigen Passage von Vietman nach Frankreich, dass es sich nicht nur um Lust, sondern auch um Liebe gehandelt haben könnte.
Bemerkenswert ist, dass sich die mittellose, von Armut bedrohte Minderjährige als den dominanten Pol in dieser Beziehung darstellt, obwohl sie von dem deutliche älteren Mann als Mätresse gehalten und auch mit Geld entlohnt wird.

Vielleicht auch ein Versuch der Rechtfertigung der Schriftstellerin vor sich selbst - jedenfalls eine bemerkenswerte Abweichung vom gängigen Täter-Opfer Schema, diskussionswürdig, aber hart an der Pädo-Grenze...



Albert Camus (1913 - 1960)

Die Pest (1947) 
Passend zur aktuellen Pandemie. Zuletzt in meiner Jugend gelesen...


Trueman Capote (1924 - 1984)

Breakfast at Tiffany’s (1958) 
Von der ersten Seite an verfolgte mich der Gedanke an "The Great Gatsby"...nach kurzer Recherche im Internet fand ich sehr schnell heraus, dass ich mit meinem Veracht nicht allein bin.


August Strindberg (1849 - 1912) 


Inferno  (1897) 

war wohl doch nicht so packend...vor Wochen hintangestellt, wieder begonnen...

Montag, 2. März 2020

Notizen März 2020



Jules Verne (1828 - 1905) 


Die 500 Millionen der Begum (1879) 
Eine faszinierende Dystopie rund um Militarisierung und Massenvernichtungswaffen, die zur Entstehungszeit des Romans in dieser Form noch nicht exisierten. Genau genommen auch stark von Chauvinismus geprägtes Werk, das die französische Sicht auf die deutsch-französischen Verhältnisse wiedergibt...eine Sicht, die aber leider im Rückblick in vielen Punkten erschreckend prophetisch erscheint.   





Gottfried Keller (1819 - 1890)

Der Grüne Heinrich (1854-55 / 1879/80) 
Weiterhin langwierig, im Buch zwei aber viele Passagen zur künstlerischen Enwicklung des jungen Malers Heinrich Lee...interessant.



August Strindberg (1849 - 1912) 


Inferno  (1897) 

Unglaublich packend - wäre die Geschichte nicht selbst erlebt...dann müsste man sie erfinden...wobei die radikale Innenperspektive es mit sich bringt, dass man meist nicht weiß, ob der Autor nicht genau das getan hat...worin zugleich die Faszination, die von dem Roman ausgeht wie auch seine Schwäche begründet liegt.


John Galsworthy (1867 - 1933) 


A Man Of Property  (1906) 

Ein weiterer von der Moderne unterschätzter Autor, der aufgrund seiner Tiefe und Breite fundamentalere Gesellschaftskritik leistet als viele "moderner" anmutende Werke.
Den ersten seiner 9 Bände umfassenden Romanserie begonnen.
...hintangestellt - stattdessen begonnen:




Haruki Murakami (*1949) 

Gefähliche Geliebte, Kokkyo No Minami, Tayo No Nishi  (1992, ft. 2000) 

Die Liebesszenen haben schon den altersgeilen Marcel Reich-Ranicki erregt... oder anders ausgedrückt hat der Literaturkirtiker Marcel Reich-Ranicki die Erotik des Romans lobend hervorgehoben während Sigrid Löffler darin nur Fast Food, nur “McDonald’s” sah...bin gespannt...

Ja, das Werk resonniert sehr lange und sehr stark in mir - obwohl es für mich in den ersten Kapitel diesen Geruch von 80er Literatur hatte, diese Phantasien verwöhnter, aus wohlhabenen Familien stammenden Männern, von Easton Ellis, McInerney, Houellebecq oder dem wehleidigen Beigbeder und sich zwischen teuren Anzügen, Eigentumswohnungen und Luxusautos bewegt - aber dann wird es sehr tief, oszilliert wunderbar zwischen Phantasie und Realität, obwohl letzters ja auch sehr 80's, Easton-Ellis-like ist...trotzden, ein großartiges Buch über einen Mann, der sich mit dem Tod, mit dem was heute "Midlife-Crisis" genannt wird, konfrontiert sieht...alles etwas in "Neo-Noir", etwas in der Melancholie Casablancas verpackt, aber es gibt noch vieles zu dem Werk zu sagen...über die Sprache kann ich nicht urteilen, da es sich um die doppelt gebrochene Übersetzung Japanisch - Englisch - Deutsch handelt.
Da schreibt ein Japaner, geschult an amerikanischer Literaur ein Werk, das wahrscheinlch den japanischen Leser stark an das Flair von Humphrey Bogart Filmen erinnern soll, dieser Text wurde dann in englische Sprache übersetzt und diese Übersetzung wiederum ins Deutsche...man kann das ursprüngliche Sprachgefühl wohl kaum mehr erahnen...

Samstag, 15. Februar 2020

Notizen Februar 2020



Laurence Manning (1899 – 1972) & Fletcher Pratt (1897 – 1956)


The City of the Living Dead (Mai 1930 in Wonder Stories) 
Die Entdeckung von unerschöpflichen Energiequellen und die Entwicklung von Maschinen führt dazu, dass Menschen nicht mehr arbeiten müssen. Als Wissenschaftler entdecken, wie durch Entfernung der Augen nicht nur blinden Menschen die Sehkraft wieder zurückgegeben werden kann, sondern auch beliebige optische virtuelle Realitäten erzeugt werden können, entstehen “Adventure Associations” die den Menschen das Eintauchen in verschiedenste Abenteuer ermöglichen.
Diese werden durch staatlich betriebene “Adventure Machines” abgelöst, die den Menschen durch irreversible Operationen, in denen alle Nerven an Kabel angeschlossen werden, ermöglichen vollständig in einer virtuellen Realität zu leben. Die Reste der der in großen Hallen aufgebahrten Körper werden “elektrisch” ernährt, bzw. am Leben erhalten – eine Praxis, die überhand nimmt und schließlich zum Aussterben dieser Gesellschaften führt.
Diese Dystopie wird in einer Rahmenerzählung von einem Mitglied eines mythisch anmutenten nordischen Stammes erzählt, der als junger Mann von seiner Heimat Alvrosdale aus die Reise zu den “Anglesk”, den Engländern gewagt hat.
Auf wenig nachvollziehbare Weise war diese Kultur viele Jahrhunderte durch ein Gebirge, das bei Experimenten mit unerschöpflichen Energiequellen entstanden ist, vom Rest der Welt isoliert und auf einem Entwicklungsstand stehengeblieben, der mittelalterlichen oder frühneuzeitlichen Wikingerreichen ähnlich zu sein scheint.
Besonders anachronistisch wird der einfache Text aber dort, wo er aus dem Mund des “letzten Engländers” die weiße Rasse als die großartigste und stärkste beschreibt, die in der Lage war, den Rest der Welt zu beherrschen, die Menschen mit “schwarzer, gelber oder roter Haut”, die im Jahre 1950 noch existiert haben als “vorwiegend barbarisch” bezeichnet oder erzählt, dass am Ende auch die “schwarzen Barbaren” untergingen, das sie ihre eigenen “Adventure Machines” entwickelten, gemäß ihrem Geschmack und ihren Bedürfnissen.
Trotz derartiger Schwächen ist die Kurzgeschichte aus dem Jahr 1930 vor dem Hintergrund “moderner” Diskussionen rund um VR und Filmen wie “The Matrix” höchst lesenswert.


Guy de Maupassant (1850 - 1894)

Der Horla (1886/87) 
Phantastische Literatur, wie ich sie schätze, wenn im letzten Drittel auch ein etwas weniger authentisches Pathos vorherrscht.
Wunderbar sind diese Texte, die Abweichungen von der gewöhnlichen Wahrnehmung darstellen, das aber aus der Innenperspektive tun und dabei weder in die Flachheit eines naiven Naturalismus verfallen noch sich im Geschwätz über Übersinnliches verlieren.
Ich musste gleich an "Die liebende Untote" und "Avatar" denken...Die kurze Erzählung rief auch sofort derartig starke Bilder in mir hervor habe den vagen Plan es zu illustrieren, mindestens durch 3 bis 4 Skizzen...


"Ich wache heiter auf, lustig, daß ich singen möchte. Warum? Ich ergehe mich an Wassers Rand und plötzlich kehre ich nach kurzem Spaziergange bedrückt heim, als ob mich zu Haus irgend ein Unglück erwartete. Warum? War es ein kalter Lufthauch, der, als er meine Haut streifte, meine Nerven erschüttert, meine Seele beschattet hat? Ist es die Form der Wolken oder das farbige Licht des Tages, die wechselnde Beleuchtung der Dinge was meine Gedanken beeinflußte, als meine Augen es sahen? Unsere ganze Umgebung, alles was wir gedankenlos betrachten, was wir unwillkürlich streifen, alles was wir unvermutet berühren, alles was verschwommen an uns vorüberzieht, macht auf uns, unsere Sinne und durch sie auf unsere Gedanken, sogar auf unser Herz den Eindruck des Plötzlichen, Überraschenden, Unerklärlichen."




Gottfried Keller (1819 - 1890)

Der Grüne Heinrich (1854-55 / 1879/80) 
Das erste Buch gestaltet sich doch recht langwierig, bin bei Kapitel 20 angelangt. Dennoch finden sich überaus lesenswerte Stellen schon in diesen ersten Kapiteln...z.B. zu Schulsystem, der "Ungezogenheit" von Kindern, Kindererziehung, der erste Versuch einen Baum nach der Natur zu zeichnen...ich habe bisher kaum Stellen gefunden, an die ich mich erinnert hätte...nach nach den 30 Jahren, die vergangen sind, seit ich mich durch das Werk gequält habe.
Eine ähnliche Erinnerung des "Durchquälens" habe ich an Fontanes "Vor dem Sturm", das ich, wenn ich mich recht erinnere, in den 2 Wochen, die ich wegen einer Grippeerkrankung zuhause verbringen musste, gelesen habe.



Renate Welsh (*1937)

Kieselsteine (2019) 
Ich kenne keine Kinderbücher der Autorin. Die knappen, autobiographischen Abschnitte emfrinde ich als lesenswert - wobei ich mir nicht sicher bin, ob das Werk einen Nicht-Wiener oder Nicht-Österreicher ansprechen kann...teilweise sehr interessante Passagen, z.B. der kryptisch-distanzierte Abschnitt, der das Verhältnis der Autorin zu ihrer Stiefmutter streift - insgesamt bleibt aber doch der Eindruck einer Sammlung von Texten, die der Autorin als bedeutungsvolle Abschnitte ihres Lebens gelten dürften aber dem Leser kaum einen wesentlichen Sinnzusammenhang erschließen. 



Eduard Franck (1817 - 1893)

Symphonie in A-Dur  (veröffentlicht 1883, aber vermutlich komponiert in den 1840'er oder 1850'er Jahren) 

z.B.: https://www.youtube.com/watch?v=vAEPv4Bh_rU


Eric Satie (1866 - 1925)

Danses De Travers I, II, & III (1897) 

z.B.: https://www.youtube.com/watch?v=9x6nuiNN3JI


Eric Satie (1866 - 1925)

Danses Gothiques (1893) 

z.B.: https://www.youtube.com/watch?v=P871ssjLhZU